Kolumbien

Currency WährungKolumbianischer Peso (COP) Working Time Arbeitswoche48 Stunden Employer Taxes Lohnnebenkosten circa 30%

Mitarbeiter in Kolumbien einstellen

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Niedrige Löhne und ein sehr geringer gesetzlicher Urlaubsanspruch machen Kolumbien zu einer attraktiven Hiring Destination für internationale Unternehmen, die ihre Remote Teams vergrößern möchten. Mit einem Durchschnitt von 48 Stunden fällt die wöchentliche Arbeitszeit in Kolumbien höher aus als in anderen Ländern. Zudem sind die Arbeitskräfte des Landes für ihre gute Arbeitsmoral bekannt. Obwohl es Kolumbien selbst an qualifizierten Arbeitskräften mangelt, hat das Land in den letzten Jahren viele talentierte Fachkräfte aus Venezuela angezogen. 

Kolumbien: Steckbrief

  1. Offizieller Name Republik Kolumbien
  2. Hauptstadt Bogotá
  3. Einwohnerzahl 50,37 Millionen
  4. Sprache Spanisch
  5. Währung Kolumbianischer Peso (COP)
  6. Zeitzone UTC-5

Arbeitsvertrag

Obwohl auch mündliche Arbeitsvereinbarungen möglich sind, ist es üblich, einen schriftlichen Arbeitsvertrag aufzusetzen, wenn man einen neuen Mitarbeiter in Kolumbien einstellt. Das kolumbianische Arbeitsrecht unterscheidet zwischen unbefristeten und befristeten Arbeitsverträgen – letztere müssen zwingend schriftlich abgefasst werden und dürfen nicht für einen Zeitraum von mehr als drei Jahren abgeschlossen werden (Verlängerungen sind jedoch möglich). 

Arbeitsverträge sollten die folgenden Informationen enthalten:

  • Vertragsparteien
  • Vertragsbeginn (und Vertragslaufzeit für befristete Arbeitsverträge)
  • Arbeitsort
  • Beschreibung der Tätigkeit sowie des Aufgaben- und Verantwortungsbereichs
  • Gehalt sowie Zusatzzahlungen (gegebenenfalls Vereinbarung eines integralen Gehalts)
  • Arbeitszeiten 
  • Urlaubstage
  • Kündigungsfristen
  • Probezeit

Probezeit

Für Mitarbeiter mit einem unbefristeten Anstellungsvertrag sollte die Probezeit nicht länger als zwei Monate sein. Für befristete Verträge darf die Probezeit höchstens ein Fünftel der vereinbarten Vertragslaufzeit betragen.

Arbeitszeit

Wöchentliche Arbeitszeit und Pausen

Die wöchentliche Arbeitszeit in Kolumbien liegt bei 48 Stunden, was einer täglichen Arbeitszeit von acht Stunden bei einer Sechs-Tage-Woche entspricht. Jedem Arbeitnehmer steht ein Ruhetag pro Woche zu, der gewöhnlich auf den Sonntag fällt – sofern im Arbeitsvertrag geregelt, kann der Ruhetag eines Mitarbeiters aber auch auf einen anderen Wochentag fallen.

Überstunden

Mitarbeiter in Kolumbien dürfen maximal zwei Überstunden am Tag leisten – also zwölf Überstunden pro Woche. Der Überstundenzuschlag für Mehrarbeit an gewöhnlichen Arbeitstagen und zur Tageszeit liegt bei 25%. Für Nachtarbeit und Überstunden an Feiertagen liegt der Zuschlag bei 75%.

Löhne und Gehälter

Das Gesetz in Kolumbien unterscheidet zwischen drei verschiedenen Lohnarten: Mindestlohn, ordentliches Gehalt (Vergütungen, die höher als der gesetzliche Mindestlohn sind und keine zusätzlichen Zahlungen wie Boni oder sonstige enthalten) und integrales Gehalt (festgesetztes Monatsgehalt, welches das Zehnfache des Mindestlohns übersteigt und zusätzlich um 30% aufgestockt wird, um bereits alle normalerweise gewährten Zusatzzahlungen wie Boni abzudecken).

Mindestlohn

Aktuell (Stand 2021) liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 908.526 COP pro Monat (exklusive Beförderungszuschlag).

Krankengeld

Während der ersten beiden Krankheitstage haben Mitarbeiter in Kolumbien Anspruch auf Lohnfortzahlung durch ihren Arbeitgeber, die dem normalen Verdienst entsprechen muss. Ab dem dritten Krankheitstag zahlt die Sozialversicherungsbehörde ein Krankengeld in Höhe von 66,67%, allerdings nur für eine Dauer von 180 Tagen.

Bonus- und Prämienzahlungen

Mitarbeiter in Kolumbien erhalten ein 13. Monatsgehalt, das in zwei Tranchen ausgezahlt wird, davon eine im Juni und die zweite im Dezember. Arbeitnehmer, die ein integrales Gehalt erhalten, sind von den Bonuszahlungen ausgeschlossen.

Steuern und Sozialabgaben

Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gelten in Kolumbien die folgenden Steuer- und Sozialversicherungssätze (Stand 2021):

Steuern
Arbeitgeber

31% Körperschaftsteuer

19% Umsatzsteuer (Standardsatz)

Arbeitnehmer

Lohnsteuersätze reichen von

19% bis 39% *

Sozialabgaben

etwa 30% des Arbeitnehmereinkommens, davon:

8,5% Krankenversicherung

12% Rentenversicherung

9% diverse Sozialversicherungsfonds (einige Beiträge werden nur auf Einkommen erhoben, die über dem Zehnfachen des Mindestlohns liegen)

Plus 0,522% bis 6,96% Absicherung gegen berufliche Risiken

Bei der Festsetzung der Höhe der Sozialabgaben auf integrale Gehälter werden lediglich 70% des entsprechenden Einkommens als Berechnungsgrundlage genommen.

8% – 9% des Einkommens, davon:

4% Krankenversicherung

4% Rentenversicherung (zusätzlich 1% auf monatliche Einkommen über 3.634.000 COP)

Weitere Infos

* Individuelles Einkommen wird progressiv besteuert, wobei die folgenden Steuerstufen gelten (die angegebenen Prozentsätze gelten nur für den Teil des Einkommens, der den unteren Schwellenwert der Steuerstufe überschreitet):

  • bis zu 1.090 TVU**: 0%
  • 1.090 TVU bis 1.700 TVU: 19%
  • 1.700 TVU bis 4.100 TVU: 28% + 116 TVU
  • 4.100 TVU bis 8.670 TVU: 33 % + 788 TVU
  • 8.670 TVU bis 18.970 TVU: 35% + 2.296 TVU
  • 18.970 TVU bis 31.000 TVU: 37% + 5.901 TVU
  • über 31.000 TVU: 39% + 10.352 TVU

**Die “TVU” ist die jährlich von der kolumbianischen Regierung festgelegte Steuereinheit. Für das Jahr 2021 liegt ihr Wert bei 36.308 COP.

Arbeitnehmeransprüche

Urlaubsanspruch

Mitarbeiter in Kolumbien haben Anspruch auf 15 bezahlte Urlaubstage im Jahr. Auch an den 18 gesetzlichen Feiertagen, die das Land begeht, müssen Arbeitnehmer in der Regel nicht arbeiten.

Mutterschutz und Vaterschaftsurlaub

Mitarbeiterinnen, die ein Kind erwarten, können 18 Wochen lang in Mutterschutz gehen. Dieser kann bis zu zwei Wochen vor der Geburt beginnen. Während dieser Zeit erhält die Arbeitnehmerin weiterhin ihr volles Gehalt vom Arbeitgeber. Der bezahlte Betrag wird nachträglich von der Sozialversicherungsbehörde zurückerstattet.

Väter dürfen acht Arbeitstage Vaterschaftsurlaub nehmen, der nach dem gleichen Prinzip vergütet wird wie der Mutterschutz.

Elternzeit

Das kolumbianische Arbeitsrecht sieht keine zusätzliche Elternzeit vor.

Sonstige Arbeitnehmeransprüche

Zusätzlich zu den oben genannten Arbeitnehmeransprüchen können Mitarbeiter in Kolumbien in den folgenden Fällen bezahlten Sonderurlaub beantragen:

  • Gewerkschaftsurlaub
  • Wahlurlaub
  • Todesfall
  • Beerdigung eines Arbeitskollegen

Darüber hinaus sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, ihren Mitarbeitern einen monatlichen Beförderungszuschlag zu zahlen, falls diese weniger als das Doppelte des Mindestlohns verdienen. Aktuell (2021) beträgt dieser Zuschlag 106.454 COP.

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Kündigung und Abfindung

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer können das Beschäftigungsverhältnis jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. Zu den gesetzlich anerkannten Kündigungsgründen zählen:

  • Tod des Arbeitnehmers
  • Auslaufen eines befristeten Arbeitsvertrags 
  • grobes Fehlverhalten
  • Berufsunfähigkeit
  • Massenentlassung
  • Kündigung ohne triftigen Grund

Arbeitgeber müssen nur dann eine Kündigungsfrist einhalten, wenn sie den befristeten Arbeitsvertrag eines Arbeitnehmers nach dessen Auslaufen nicht verlängern. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer 30 Tage vor Vertragsende davon in Kenntnis gesetzt werden.

Eine Abfindung muss nur gezahlt werden, wenn der Mitarbeiter ohne triftigen Grund entlassen wird oder wenn er selbst seinen Job kündigt. Die Höhe der Abfindung hängt vom Dienstalter des Mitarbeiters sowie von der Höhe seines gewöhnlichen Gehalts ab:

  • 30 Tage Gehalt für das erste Beschäftigungsjahr und 20 Tage Gehalt für jedes weitere Beschäftigungsjahr für Mitarbeiter, die weniger als das Zehnfache des Mindestlohns verdienen
  • 20 Tage Gehalt für das erste Beschäftigungsjahr und 15 Tage Gehalt für jedes weitere Beschäftigungsjahr für Mitarbeiter, die mehr als das Zehnfache des Mindestlohns verdienen
  • eine Abfindung in Höhe aller bis zum ordentlichen Vertragsende ausstehender Zahlungen für Arbeitnehmer, die mittels eines befristeten Vertrags beschäftigt sind

Da es in Kolumbien keine Arbeitslosenversicherung gibt, sind Arbeitnehmer dazu verpflichtet, jedes Jahr das Äquivalent eines Monatsgehalts in einem speziell für diesen Zweck vorgesehenen Fonds anzusparen. Dieses sogenannte Cesantías (Entlassungsgeld) wird dem Arbeitnehmer zu einem späteren Zeitpunkt unter bestimmten Bedingungen ausgezahlt, wobei der Arbeitgeber noch 12% Zinsen auf den angesparten Betrag zahlen muss. Für Arbeitnehmer mit einem integralen Gehalt entfällt diese zusätzliche Abgabe.

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