Finnland

Currency WährungEuro (EUR) Working Time Arbeitswoche40 Stunden Employer Taxes Lohnnebenkosten 19,74% - 21,14%

Mitarbeiter in Finnland einstellen

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Arbeitnehmer in Finnland profitieren von hohen Sozialschutzstandards, einer allgemein guten Work-Life-Balance und einer hohen Lebensqualität. Unternehmen, die in einem so stabilen und vorteilhaften Arbeitsumfeld rekrutieren, können sicher sein, dass ihre neuen Mitarbeiter nicht nur produktiv und glücklich mit ihrer Arbeit sind, sondern auch hervorragende Leistungen erbringen. 

Darüber hinaus sind flexible Arbeitszeiten in Finnland Standard – tatsächlich gelten agile Arbeitszeitmodelle seit mehreren Jahrzehnten als Teil der finnischen Arbeitskultur – sodass die Planung einer Teambesprechung mit mehreren Mitgliedern Ihres Remote Teams, die sich in unterschiedlichen Zeitzonen befinden, für Ihre Talente aus Finnland kein Problem sein sollte.

Finnland: Steckbrief

  1. Offizieller Name Republik Finnland
  2. Hauptstadt Helsinki
  3. Einwohnerzahl 5,54 Millionen
  4. Sprache Finnisch
  5. Währung Euro (EUR)
  6. Zeitzone UTC +2

Arbeitsvertrag

Obwohl es rechtlich gesehen auch möglich ist, Arbeitsverträge mündlich oder elektronisch abzuschließen, ist es gängige Praxis, einen schriftlichen Arbeitsvertrag aufzusetzen, der die grundlegenden Arbeitsbedingungen festlegt. Dazu gehören:

  • Vertragsparteien
  • Vertragsbeginn (und Vertragslaufzeit für befristete Arbeitsverträge)
  • Arbeitsort
  • Beschreibung der Tätigkeit
  • Grundgehalt sowie Sonderzahlungen und Prämien
  • Arbeitszeiten und Überstundenregelung
  • Urlaubstage
  • Kündigungsfristen
  • Probezeit
  • Verweis auf geltende Tarifverträge
  • Geltende Regelungen für Arbeit im Ausland

Selbst wenn kein schriftlicher Vertrag zustande kommt, ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass der Arbeitnehmer die oben genannten Konditionen seines Arbeitsverhältnisses in Schriftform erhält. Die Mehrzahl der Arbeitsverträge in Finnland ist unbefristet, aber befristete Verträge sind ebenso möglich.

Probezeit

In Finnland ist es üblich, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf eine Probezeit einigen. Diese sollte jedoch nicht länger als sechs Monate sein – vier Monate je nach geltendem Tarifvertrag.

Arbeitszeit

Wöchentliche Arbeitszeit und Pausen

In Finnland arbeiten Arbeitnehmer in der Regel 40 Stunden pro Woche, d. h. acht Stunden pro Tag und fünf Tage pro Woche. In Bezug auf Ruhe- und Pausenzeiten schreibt das finnische Arbeitszeitgesetz vor, dass allen Arbeitnehmer eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 35 Stunden pro Woche zusteht. Diese sollte nach Möglichkeit den Sonntag einschließen. 

Außerdem gelten die folgenden weiteren Regelungen:

  • eine Pause von mindestens 30 Minuten – in den meisten Fällen sogar eine Stunde – ist Pflicht, wenn die tägliche Arbeitszeit des Arbeitnehmers sechs Stunden überschreitet
  • die tägliche Ruhezeit darf nicht kürzer als elf Stunden sein

Überstunden

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, jedes Mal die Zustimmung seiner Mitarbeiter einzuholen, wenn Überstundenarbeit notwendig ist. Die wöchentliche Arbeitszeit eines Arbeitnehmers darf jedoch in keinem Fall 48 Stunden überschreiten – inklusive Überstunden. Innerhalb von vier Monaten darf ein Mitarbeiter nicht mehr als 138 Überstunden erbringen. Auf ein ganzes Jahr gesehen ist die Anzahl der Überstunden auf 250 Stunden begrenzt.

Für die ersten beiden Überstunden, die an einem Tag erbracht werden, liegt der Überstundenzuschlag bei 50 Prozent. Jede weitere Stunde muss zum doppelten Lohnsatz vergütet werden. 

Löhne und Gehälter

Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter entweder einmal oder zweimal im Monat bezahlen.

Mindestlohn

In Finnland gibt es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn. Stattdessen wird der entsprechende Mindestlohn für jede Branche als Teil des Tarifvertrags ausgehandelt.

Krankengeld

Mitarbeiter, die mindestens einen Monat für einen Arbeitgeber gearbeitet haben, haben im Krankheitsfall Anspruch auf Lohnfortzahlung für bis zu neun Tage. In Fällen, in denen der Krankenstand länger als neun Tage dauert, zahlt die Krankenkasse ab dem zehnten Tag Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des üblichen Gehalts. 

Die Zahlung des Krankengeldes ist in der Regel auf 300 Arbeitstage begrenzt. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, seinen Arbeitgeber unverzüglich über seine Abwesenheit zu informieren und innerhalb von drei Tagen ein ärztliches Attest vorzulegen.

Bonus- und Prämienzahlungen

Ein 13. Monatsgehalt oder vergleichbare Boni sind gesetzlich nicht vorgesehen.

Steuern und Sozialabgaben

Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gelten in Finnland die folgenden Steuer- und Sozialversicherungssätze (Stand 2021):

Steuern
Arbeitgeber

20% Körperschaftssteuer

24% Umsatzsteuer (Standardsatz)

Arbeitnehmer

Lohnsteuersätze zwischen 0% und 31,25% *

zusätzliche Lohnsteuer auf kommunaler Ebene in Höhe von 16,5% bis 23,5%, je nach Einkommen

Sozialabgaben

19,74% bis 21,14%, davon:

etwa 16,95% Rentenversicherung

etwa 0,7% Berufsunfallversicherung

etwa 0,059% Gruppenlebensversicherung

0,5% oder 1,9% Arbeitslosenversicherung

1,53% Krankenversicherung

9,23% bis 12,09%, davon:

0,68% Krankenversicherung – zusätzlicher Beitrag von 1,36% bei Einkommen über 14.766 EUR

7,15% Rentenversicherung (8,65% für Arbeitnehmer zwischen 53 und 62)

1,4% Arbeitslosenversicherung

*Weitere Infos

* Individuelles Einkommen wird progressiv besteuert, wobei die folgenden Steuerstufen gelten (die angegebenen Prozentsätze gelten nur für den Teil des Einkommens, der den unteren Schwellenwert der Steuerstufe überschreitet):

bis zu 18.600 EUR: 0%

– 18.600 EUR bis 27.900 EUR: 8 EUR + 6%

– 27.900 EUR bis 45.900 EUR:  566 EUR + 17,25%

45.900 EUR bis 80.500 EUR: 3.671 EUR + 21,25%

Arbeitnehmeransprüche

Urlaubsanspruch

Während des ersten Dienstjahres stehen dem Arbeitnehmer pro Beschäftigungsmonat zwei bezahlte Urlaubstage zu, also insgesamt 24 Tage. Danach erhöht sich die Zahl der Urlaubstage auf zweieinhalb Tage pro Monat, was insgesamt 30 Urlaubstagen pro Jahr entspricht. Samstage sind hierbei mit berücksichtigt. Darüber hinaus gibt es in Finnland 13 gesetzliche Feiertage – einschließlich Oster- und Pfingstsonntag.

Mutterschutz und Vaterschaftsurlaub

Das finnische Arbeitsrecht sieht insgesamt 263 Arbeitstage für Mutterschutz, Vaterschaftsurlaub und Elternzeit vor. Davon sind 105 Tage für den Mutterschutz reserviert, der zwischen 30 und 50 Tage vor der Geburt beginnen kann. Während der 263 Tage erhalten Eltern von der Sozialversicherungsbehörde Elterngeld in Höhe von 70 Prozent ihres üblichen Einkommens – 90 Prozent während der ersten 56 Tage des Mutterschutzes.  

Väter haben aktuell Anspruch auf 54 Tage Vaterschaftsurlaub

Elternzeit

Nach Abzug der für Mutterschutz und Vaterschaftsurlaub reservierten Tage stehen beiden Elternteilen noch 158 Tage Elternzeit zu, die sie sich frei einteilen können. Es ist jedoch nicht erlaubt, dass beide Elternteile diesen Urlaub gleichzeitig nehmen. 

Sonstige Arbeitnehmeransprüche

Nach Vollendung des ersten Dienstjahres haben Arbeitnehmer das Recht auf unbezahlten Sonderurlaub zur Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen. 

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Kündigung und Abfindung

Laut Gesetz kann das Arbeitsverhältnis in mehreren Fällen beendet werden. Neben einer einvernehmlichen Aufhebung des Beschäftigungsverhältnisses, dem Auslaufen eines befristeten Anstellungsvertrags oder der Kündigung durch den Mitarbeiter erkennt das finnische Arbeitsrecht auch die folgenden Kündigungsgründe als valide an (nicht vollständige Liste):

  • betriebsbedingte Kündigung, inklusive Massenentlassungen etc.
  • fristlose Entlassung wegen groben Fehlverhaltens
  • Verstoß gegen die Bestimmungen des Arbeitsvertrages
  • Minderleistung des Mitarbeiters
  • Unvermögen des Arbeitnehmers nach längerer Krankheit oder Verletzung die Arbeit wieder aufzunehmen

Die gesetzlichen Kündigungsfristen für Arbeitgeber variieren zwischen zwei Wochen und sechs Monaten, je nach Länge der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters:

  • weniger als ein Jahr Betriebszugehörigkeit: zwei Wochen
  • zwischen ein und vier Jahre Betriebszugehörigkeit: ein Monat
  • zwischen vier und acht Jahre Betriebszugehörigkeit: zwei Monate
  • zwischen acht und zwölf Jahre Betriebszugehörigkeit: vier Monate
  • mehr als zwölf Jahre Betriebszugehörigkeit: sechs Monate

Für Arbeitnehmer, die ihren Job kündigen wollen, gelten kürzere Kündigungsfristen: 14 Tage bei einer Betriebszugehörigkeit von weniger als fünf Jahren und ein Monat bei längerer Betriebszugehörigkeit.

Mitarbeitern über 45, die im Rahmen einer Massenentlassung gekündigt werden, kann eine Abfindung gezahlt werden. Diese wird jedoch nicht vom Arbeitgeber erbracht, sondern aus öffentlichen Mitteln bezogen. Die meisten Arbeitnehmer haben im Kündigungsfall lediglich Anspruch auf die ihnen bis zum Ende der Kündigungsfrist zustehenden Zahlungen.

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